Forschung, Entwicklung und Innovation

Der Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation konzentriert sich bei Aurubis vor allem auf die Rohstoffverarbeitung und Metallerzeugung. Die in ihrer Zusammensetzung immer komplexer werdenden Primär- und Sekundärrohstoffe machen es für uns unverzichtbar, die bestehenden Verfahren weiterzuentwickeln. Dies erfordert auch die Gestaltung neuer Prozesse und Verfahren. In der Produktherstellung wird daran gearbeitet, die Produktpalette weiter zu optimieren. Der Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation hat 2016/17 mit seinen 67 Mitarbeitern die Vorhaben in den einzelnen Bereichen mit seiner Arbeit unterstützt.

Ein zentrales strategisches Projekt war im Geschäftsjahr Future Complex Metallurgy (FCM). Es hat zum Ziel, durch innovative Verfahren den Durchsatz von komplexen Einsatzmaterialien zu erhöhen. Des Weiteren soll es eine Verarbeitung von komplexen Primär- und Sekundärrohstoffen ermöglichen, die bislang bei Aurubis nicht einsetzbar waren. Hierfür haben wir einen metallurgischen Prozess entwickelt, der unter anderem die Ausbringung von Kupfer und Edelmetallen aus Zwischenprodukten verbessert.

Ein weiterer langfristig angelegter Arbeitsschwerpunkt, der uns im Geschäftsjahr beschäftigte, war die Optimierung der bestehenden Kernprozesse im Bereich der Primärkupfererzeugung. Es geht hierbei darum, die Prozessstabilität und Prozesskontrolle zu verbessern und die Metallausbringung zu optimieren. Hierfür haben wir metallurgisches Know-how, moderne Charakterisierungs-, Modellierungs- und Simulationsmethoden sowie die Online-Analytik kombiniert. Ziel war es, die Automatisierung der Verfahren voranzutreiben und die Prozesseffizienz weiter zu erhöhen.

Daneben war die mathematische Modellierung von komplexen Materialströmen ein wichtiger Baustein unserer Arbeit. Sie soll die operationale Produktionsplanung unter Berücksichtigung kommerzieller und technischer Aspekte optimieren. Die entsprechenden Planungstools sind inzwischen im Beschaffungs- und Produktionsplanungsbereich implementiert. Im nächsten Schritt arbeiten wir daran, die Materialströme auf Betriebsebene zu verfeinern und anzupassen.

Edelmetalle in den Vorstoffen und ihre Gewinnung sind für Aurubis ein bedeutender Ergebnisfaktor. Die hier vorhandenen Ausbringungsprozesse unterliegen deshalb der stetigen Überprüfung und waren Gegenstand von Untersuchungen zu Verbesserungsmaßnahmen.

Bei Eisensilikat wurden Versuche durchgeführt, um die enthaltenen Metallanteile weiter zu reduzieren. Dies dient der verbesserten Kreislaufführung von Wertstoffen und der Erhöhung der Wirtschaftlichkeit.

Im Bereich der Elektrometallurgie haben wir an der Optimierung unserer Elektrolyseprozesse gearbeitet. Durch die Untersuchung der Anoden soll die weitere Steigerung der Stromdichte sowie die Erhöhung der Nebenmetallausbringung erreicht werden.

Die Entwicklungsaktivitäten im Bereich Flat Rolled Products standen zum Großteil im Zeichen der Elektromobilität. Dabei wurden insbesondere Produktentwicklungen in den Geschäftsbereichen Leistungselektronik und Connector vorangetrieben, die auf niedriglegierten, hochleitfähigen Kupferlegierungen und auf sauerstofffreiem Kupfer basieren. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt im Connector-Bereich waren neue Beschichtungssysteme für Anwendungen in der Automobilindustrie.

Die Entwicklung unserer bleifreien Legierungsfamilie „BlueBrass“ für Zerspanungsanwendungen gestaltete sich weiterhin sehr positiv. Sowohl im Draht- als auch im Bandbereich konnten hier weitere individuelle Lösungen für verschiedene Produktsegmente entwickelt und zur Marktreife gebracht werden.

Im Geschäftsjahr 2016/17 betrugen die F&E-Aufwendungen im Aurubis-Konzern 11 Mio. €, verglichen mit 13 Mio. € im Berichtsjahr 2015/16.

F&E-Aufwendungen

Grafik: F&E Aufwendungen