Geschäftsmodell des Konzerns

Geschäftstätigkeit

Die Aurubis AG ist ein integrierter Kupferkonzern und hat ihre Kernaktivitäten in der Verarbeitung von Kupferkonzentraten, dem Recycling von Metallen und der Erzeugung einer Vielzahl von Kupferprodukten. Die Herstellung von Edelmetallen und Spezialprodukten rundet das Produktionsspektrum ab.

Der Sitz des Unternehmens, an dem auch wesentliche Produktionsanlagen vorhanden sind, befindet sich in Hamburg (Deutschland). Die Standorte des Konzerns liegen überwiegend in Westeuropa mit größeren Produktionszentren in Deutschland, Belgien und Bulgarien. Außerhalb Europas verfügt Aurubis über einen Produktionsstandort in den USA und über ein weltweites Vertriebs- und Servicenetz.

Rund 6.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für Aurubis weltweit tätig.

Geschäftsmodell

Das bisherige Geschäftsmodell des Aurubis-Konzerns, das auch für das Geschäftsjahr 2016/17 relevant war, verknüpft die Erzeugung und Verarbeitung von Kupfer. Die benötigten Rohstoffe werden eingekauft, eigene Minen oder Beteiligungen an Minen sind nicht vorhanden. Im Wesentlichen werden Kupferkonzentrate verarbeitet, die aus Erzen gewonnen und am Weltmarkt beschafft werden. Auch die Verarbeitung von zugekauften Zwischenprodukten, Altkupfer und weiteren metallhaltigen Recyclingmaterialien spielt eine bedeutende Rolle.

Das Produktangebot beinhaltet im Wesentlichen Standard- und Spezialprodukte aus Kupfer und Kupferlegierungen. Zu ihnen gehören Kupferkathoden, die das Produktformat des Kupferhandels an den internationalen Metallbörsen darstellen. Sie sind das Ausgangsprodukt für die Herstellung weiterer Kupferprodukte, können aber auch direkt verkauft werden. In der Weiterverarbeitung verfügt Aurubis über Herstellungskapazitäten für Kupfergießwalzdraht, Stranggussformate, Walzprodukte, Bänder sowie Spezialdrähte und Profile.

Weitere Produkte resultieren aus der Verarbeitung der in den Rohstoffen enthaltenen Begleitelemente von Kupfer. Dazu zählen insbesondere Edelmetalle, Schwefelsäure und Eisensilikat.

Zum direkten Kundenkreis von Aurubis gehören Unternehmen der Kupferhalbzeugindustrie, der Elektro-, Elektronik- und der Chemieindustrie sowie Zulieferer der Branchen Erneuerbare Energien, Bau- und Automobilindustrie.

In einem umfassenden Entwicklungsprozess ist im Geschäftsjahr 2016/17 unsere Vision 2025 entstanden, die auf der Hauptversammlung vom 02.03.2017 vorgestellt wurde. Daraus hat sich ein Geschäftsmodell ergeben, das das bisherige Modell erweitert. Aurubis stellt sich hierbei weiterhin entlang der Wertschöpfungskette auf, erweitert jedoch die Fokussierung auf Kupfer um einen breiteren Multi-Metall-Ansatz. Dies heißt, dass zukünftig neben Kupfer auch verstärkt andere Metalle aus zielgerichtet eingekauften Rohstoffen und Zwischenprodukten extrahiert und mit Wertzuwachs zu verkaufsfähigen Produkten verarbeitet werden.

Geschäftsmodell im Geschäftsjahr 2016/17: Integration von Kupfererzeugung und Kupferverarbeitung

Grafik: Geschäftsmodell im Jahr 2016/2017

Konzernstruktur

Die Organisationsstruktur des Aurubis-Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2016/17 am zugrunde liegenden kupferbasierten Geschäftsmodell orientiert. Dabei haben zwei operative Business Units (BUs) das organisatorische Grundgerüst des Konzerns gebildet, auf deren Basis auch die Segmentberichterstattung gemäß IFRS 8 für das Geschäftsjahr 2016/17 erfolgt ist: die BU Primärkupfererzeugung und die BU Kupferprodukte.

  • Die BU Primärkupfererzeugung fasst im Wesentlichen die Produktionsanlagen zur Verarbeitung von Kupferkonzentraten und Altkupfer sowie die Produktion von Kupferkathoden zusammen. Darüber hinaus sind der BU auch die Erzeugung und Vermarktung von Edelmetallen, Schwefelsäure und Eisensilikat zugeordnet.
  • In der BU Kupferprodukte werden Gießwalzdraht, Stranggussformate, Vorwalz- und Fertigbänder sowie Spezialprofile hergestellt und vermarktet. Organisatorisch gliedert sich das Produktgeschäft in die Business Lines (BL) Rod & Shapes, Flat Rolled Products, Bars & Profiles und Marketing Cathodes. Zudem ist das Recycling der BU organisatorisch zugeordnet.

Die wesentlichen Standorte sind weiterhin Hamburg, Lünen, Stolberg (Deutschland), Olen (Belgien), Zutphen (Niederlande), Pori (Finnland), Avellino (Italien) und Buffalo (USA) gewesen. In Emmerich besitzen wir außerdem einen 75 %-Anteil an der Deutsche Giessdraht GmbH, in Stolberg einen 50 %-Anteil an der Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG. Verarbeitungszentren in Großbritannien, der Slowakei und Italien sowie ein weltweites Vertriebsnetz haben das Produktgeschäft ergänzt.

Konzernübergreifende Funktionen unterstützten die operativen Business Units. Besonders nennenswert ist hierbei der Bereich Supply Chain Management, dessen Aufgabe das konzernweite Rohstoffmanagement und der Verkauf von Schwefelsäure und sonstigen Spezialprodukten ist.

Der Anteilsbesitz gemäß § 313 (2) HGB am 30.09.2017 ist im Konzernanhang aufgelistet.

Seit dem 01.10.2017 gilt für Aurubis eine neue Organisationsstruktur, die sich auch in der Berichterstattung des Geschäftsjahres 2017/18 wiederfinden wird. Die bisherige Unterteilung in die Business Units Primärkupfererzeugung und Kupferprodukte entfällt. Berichtet wird zukünftig nach den zwei operativen Geschäftssegmenten Metal Refining & Processing und Flat Rolled Products (FRP).

Das Segment Metal Refining & Processing umfasst organisatorisch die Ressorts Commercial und Operations. Das Ressort Commercial vereint alle marktrelevanten Organisationseinheiten, also den Einkauf von Rohstoffen und den Verkauf von Produkten. Das Ressort Operations steht für die Produktion aller Basisprodukte und Metalle sowie deren Weiterverarbeitung zu anderen Produkten, wie Gießwalzdraht und Stranggussformaten.

Das zweite Segment, Flat Rolled Products, wird in seiner bisherigen Business Line-Struktur fortgeführt.

Eingerahmt wird der organisatorische Kern, der sich an der Wertschöpfungskette orientiert, von den beiden zentralen Funktionen Corporate Development und Technology sowie von Unterstützungseinheiten wie z. B. Human Resources oder Finance & Controlling.

Wesentliche geschäftsrelevante Einflussgrößen

Wesentliche geschäftsspezifische Größen sind die Schmelz- und Raffinierlöhne für Rohstoffe, der Kupferpreis, die Kupferprämien und die Formataufpreise für Kupferprodukte sowie die Verkaufserlöse für Schwefelsäure. Zudem kann durch effizientes Metallmehrausbringen in unseren Anlagen ein Ergebniseffekt entstehen.

Der Preis für Kupfer bildet sich vor allem an der London Metal Exchange (LME), die physische Geschäfte sowie Kurssicherungs- und Anlegergeschäfte ermöglicht. Er ist über den Börsenhandel hinaus ein Richtwert und bildet die Basis für die Preisermittlung im Rohstoff- und Produktgeschäft.

Beim Einkauf kupferhaltiger Rohstoffe werden mit den Lieferanten Schmelz- und Raffinierlöhne verhandelt. Ihre Entwicklung hängt von der jeweiligen Angebots- und Nachfragestruktur auf den Weltmärkten ab. Im Kern handelt es sich um Abschläge vom Metalleinkaufspreis für die Umwandlung von Rohstoffen in das Börsenprodukt Kupferkathode und andere Metalle.

Die Börsen- und Marktnotierung für Kupfer dient als Preisbasis für den Verkauf unserer Kupferprodukte. Der Prämienaufschlag sowie Formataufpreise, die für die Umwandlung von Kathoden in Kupferprodukte erhoben werden, sind weitere Bestandteile des Verkaufspreises.

Externe Faktoren, die die Geschäftsentwicklung ebenfalls beeinflussen, sind vor allem der Konjunkturverlauf in Schlüsselländern und das Geschehen an den internationalen Finanzmärkten, des Weiteren die politischen, gesetzlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, Veränderungen im Wechselkurs- und Zinsniveau sowie die Lage an unseren relevanten Märkten.

Preisbildung erfolgt entlang der Wertschöpfung

Grafik: Preisbildung erfolgt entlang der Wertschöpfung