Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Energie und Klima, Gesundheitsschutz

Nachhaltigkeit als Teil der Konzernstrategie

Nachhaltiges Handeln und Wirtschaften zählen zu den zentralen Bestandteilen der Unternehmensstrategie und Führung von Aurubis. Dazu gehört, dass wir mit unserer Umwelt und den begrenzten natürlichen Ressourcen gewissenhaft umgehen. Es schließt zudem den verantwortungsbewussten Umgang mit Mitarbeitern, Zulieferern, Kunden und Nachbarn sowie dem Umfeld unserer Werke und den Kommunen ein, in denen Aurubis tätig ist.

Die Grundlage unseres operativen Geschäfts sind verantwortungsvolle Geschäftspraktiken. Zusammen mit solidem Wachstum bilden sie die Basis für einen langfristigen wirtschaftlichen Erfolg und damit für eine gesicherte Zukunft des Unternehmens.

Unser Handeln basiert auf gesetzlichen Vorgaben, internen Richtlinien und Managementsystemen, freiwilligen Verpflichtungen sowie unseren Unternehmenswerten PRIMA. Das Akronym PRIMA ergibt sich aus der englischen Übersetzung der Begriffe Leistung, Verantwortung, Integrität, Wandlungsfähigkeit und Wertschätzung.

Aurubis achtet die Menschenrechte und setzt sich für deren Wahrung ein. Von grundsätzlicher Bedeutung ist für uns die Einhaltung der international anerkannten Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Wir bekennen uns seit 2014 zum Global Compact der Vereinten Nationen und verpflichten uns damit gleichzeitig, an der Umsetzung seiner Prinzipien mitzuwirken. Über den aktuellen Stand der Umsetzung berichtet Aurubis jährlich im Rahmen des Fortschrittsberichts.

Wir sind im Nachhaltigkeitsindex „Global Challenges Index“ gelistet und erreichten im Januar 2017 erneut den Prime-Status von Oekom Research, einer der führenden Rating-Agenturen im Bereich Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmenskultur

Konzernweit und über Geschäftsprozesse hinweg integrieren wir Nachhaltigkeitsthemen in die Unternehmenskultur. Mit vielfältigen Maßnahmen tragen wir dazu bei, dass mögliche negative Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Umwelt, unsere Mitarbeiter und die Gesellschaft von Anfang an so gering wie möglich gehalten werden. Zudem haben wir das Wissen um die Themen der Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil der Ausbildung im Konzern gemacht.

Im Geschäftsjahr 2012/13 haben wir eine zusammenfassende Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet und darin die wesentlichen Handlungsfelder festgelegt. Darauf basierend erarbeiteten wir Ziele in den Kategorien Wirtschaft, Umwelt und Mensch sowie Aktionspläne und Maßnahmen für einzelne Handlungsfelder. Vieles davon ist bereits umgesetzt worden. Unter anderem wurden diverse kupferbasierte Werkstoffe und Innovationen entwickelt, die gesteckten Emissionsziele in Bezug auf Wasser und Luft erreicht und der Anteil an verarbeiteten komplexen Recyclingmaterialien weiter ausgebaut. Außerdem haben wir die Maßnahmen zur Energieeffizienz sowie zur Arbeitssicherheit nochmals erhöht, uns stärker mit der Verantwortung in der Lieferkette auseinandergesetzt und den Dialog mit Interessengruppen europaweit verstärkt, unter anderem zum Thema Kreislaufwirtschaft. 2017 haben wir damit begonnen, unsere Nachhaltigkeitsstrategie zu überarbeiten. In dem Zuge werden wir die relevanten Themen aktualisieren und neue Ziele setzen.

Ein zunehmendes Interesse und die steigenden Anforderungen aus dem Umfeld bestätigen uns in unserem Handeln. Unsere Kunden legen inzwischen mehr Wert auf Themen wie umweltverträgliche Produkte, Klimaschutz, moderne Produktionsprozesse und eine gesicherte und verantwortungsvolle Rohstoffversorgung. Neben Investoren achten auch unsere Kunden verstärkt darauf, ob Aurubis an Initiativen zum Klimaschutz wie dem „CDP“ (ehemals Carbon Disclosure Project) teilnimmt. 2015 wurden wir beim CDP als „Best Newcomer Germany“ ausgezeichnet. 2016 verbesserten wir unsere Platzierung ein weiteres Mal und wurden mit dem guten Ergebnis A– in die Kategorie „Leadership“ aufgenommen. Aurubis ist zudem von CDP als eines der Top-7-Unternehmen des MDAX klassifiziert worden.

Auch im Recyclingbereich sind sowohl die Ansprüche der Politik als auch die der verschiedenen Interessengruppen weiter gestiegen. Hier spielen Ressourceneffizienz, umweltfreundliche Kreislaufwirtschaft und Recycling-Lösungen im Multi-Metall-Bereich eine Rolle. Im November 2016 veranstalteten wir den dritten Aurubis-Nachhaltigkeitstag. Zusammen mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft referierten und diskutierten wir über Themen des Recyclings und der Kreislaufwirtschaft.

Themen im Konzernumweltschutz

Grafik: Themen im Konzernumweltschutz

Umfassende Nachhaltigkeitsberichterstattung

Im April 2016 veröffentlichten wir den fünften Nachhaltigkeitsbericht für den Aurubis-Konzern. Er liefert eine detaillierte und umfassende Nachhaltigkeitsbilanz der Geschäftsjahre 2013/14 und 2014/15. Wir orientieren uns zudem an dem international anerkannten Berichtsstandard der Global Reporting Initiative (GRI). Er trägt dazu bei, die Unternehmensberichterstattung in Bezug auf Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsstrategie transparenter und vergleichbarer zu machen. Neben relevanten Kennzahlen werden Erfolge, Ziele und deren Erreichung sowie Herausforderungen dargestellt. Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht folgt den Berichtsanforderungen der GRI-Leitlinien „G4“.

Mit der Aktualisierung unserer Nachhaltigkeitsstrategie und der bestehenden Nachhaltigkeitskommunikation sind wir gut vorbereitet, um auch der EU-Richtlinie zur nichtfinanziellen Berichterstattung („CSR-Richtlinie“) nachzukommen, die wir ab dem Geschäftsjahr 2017/18 verpflichtend anwenden müssen.

Umweltschutz im Konzern

Wir übernehmen Verantwortung für unsere Umwelt und den Schutz des Klimas. Für unsere Produktion setzen wir daher auf moderne und energieeffiziente Anlagentechnik, die zudem sehr hohen Umweltschutzstandards gerecht wird. Auf diese Weise schonen wir die natürlichen Ressourcen und erhalten eine saubere Umwelt für zukünftige Generationen. Diesen Anspruch verfolgen wir für alle Produktionsstätten im Aurubis-Konzern und über alle Geschäftsprozesse hinweg. Konzernweit haben wir uns Ziele im Umweltschutz gesetzt, entsprechende Kennzahlen definiert und Maßnahmen zur Zielerreichung festgelegt. Die Wirksamkeit der Ziele und Maßnahmen wird kontinuierlich überprüft.

Wir nutzen konzernweite Umweltmanagementsysteme, um entsprechende Maßnahmen zu implementieren und damit die Ziele im Umwelt- und Klimaschutz umzusetzen. Hier ist insbesondere die Zertifizierung nach DIN ISO 14001 zu nennen sowie unsere Teilnahme am EMAS-Umweltmanagementsystem – dem „Eco-Management and Audit Scheme“. Wir erfassen Zielvorgaben, bewerten die Abweichungen und leiten notwendige Korrekturmaßnahmen ein, deren Wirksamkeit wir laufend kontrollieren.

Darüber hinaus haben wir an mehreren Standorten Energiemanagementsysteme nach DIN ISO 50001 implementiert und zertifiziert. Eine jährliche externe Überprüfung eröffnet uns die Möglichkeit, die erfolgreiche Implementierung des Umweltschutzes durch einen unabhängigen Dritten bestätigen zu lassen und mögliche Verbesserungspotenziale zeitnah zu erkennen.

Eine wesentliche Grundlage für die umweltfreundliche Produktion ist der effiziente Einsatz von Rohstoffen. Die Multi-Metall-Produktion und das Recycling von komplexen Einsatzstoffen bilden die Basis für eine verantwortungsvolle und bedarfsgerechte Produktion bei Aurubis.

Unfallschutzinvestitionen bei Aurubis
Kupfererzeugung

Grafik: Umweltschutzinvestitionen bei Aurubis Kupfererzeugung

Wir sind bestrebt, die Umwelt vor möglichen langfristigen negativen Einflüssen unseres Handelns zu schützen. Aus diesem Grund hat Aurubis seit 2000 über 540 Mio. € in Umweltschutzmaßnahmen in der Primär- und Sekundärkupferproduktion investiert. Hierbei beschäftigen wir uns insbesondere mit Fragen des Gewässerschutzes, des Bodenschutzes, des Klimaschutzes und des Immissionsschutzes.

Die spezifischen Staubemissionen für den Bereich der Primär- und Sekundärkupfererzeugung haben wir im Geschäftsjahr 2016/17 um rund 95 % und die SO2-Emissionen bei der Primärkupfererzeugung um rund 85 % vermindert, verglichen mit dem Bezugsjahr 2000.

Auch beim Gewässerschutz hat Aurubis deutliche Verbesserungen erzielt. Seit 2000 konnten wir im Bereich der Kupfererzeugung die Emissionen von Metallen in Gewässern um 85 % von 7,2 auf 1,1 g/t erzeugten Kupfers senken.

In Zukunft werden wir weitere Anstrengungen unternehmen, um noch sauberer, effizienter und nachhaltiger zu werden. Hierzu haben wir die Umweltziele fortgeschrieben und eine Vereinheitlichung mit den Nachhaltigkeitszielen hergestellt. Als neuer Schwerpunkt ist der Themenbereich „Naturschutz und Biodiversität“ in unsere Umweltschutzziele mit aufgenommen worden.

Auch im Geschäftsjahr 2016/17 hat Aurubis konzernweit einen offenen Dialog mit Behörden und Bürgern geführt. Zudem beteiligten wir uns an verschiedenen Umweltprojekten:

  • Zusammen mit dem europäischen Dachverband der Metallindustrie Eurometaux und dem European Copper Institute (ECI) nimmt Aurubis an der dreijährigen Test- und Entwicklungsphase des Umweltfußabdrucks (Product Environmental Footprint – PEF) der EU-Kommission teil. Ziel dieser Kooperation ist es, die Methodik zur Bestimmung des Umweltfußabdrucks weiterzuentwickeln und zu testen. Auf dieser Grundlage möchte die EU-Kommission einen Binnenmarkt für „umweltfreundliche Produkte“ und „umweltfreundliche Organisationen“ entwickeln.
  • In Hamburg sind wir seit dem Jahr 2003 Mitglied der Umweltpartnerschaft und Mitglied in der Partnerschaft für Luftgüte und schadstoffarme Mobilität, die von der Freien und Hansestadt Hamburg koordiniert wird. Ziel dieser Partnerschaft ist die Reduktion der Stickstoffdioxid-Emissionen, die insbesondere durch den Verkehr verursacht werden. Zur Entwicklung eines nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilitätskonzepts haben wir uns zusätzlich erfolgreich am bundesweiten Modellprojekt „Mobil.Pro.Fit®“ in Zusammenarbeit mit dem B.A.U.M. e. V. beteiligt.
  • Des Weiteren haben wir uns mit 22 nationalen und internationalen Partnern am europäischen Forschungsvorhaben „FORCE – Cities Cooperating for Circular Economy“ beteiligt. Das Projekt hat das Ziel, neue Konzepte zur Abfallvermeidung und -behandlung für die Stoffströme Kunststoff, Biomasse, Elektroaltgeräte und Holz zu entwickeln. Aurubis unterstützt das Projekt mit seiner Expertise als Multi-Metall-Recycler. Dabei haben wir die Absicht, durch die Entwicklung eines bestmöglichen Sammel- und Zerlegesystems für Elektro- und Elektronikaltgeräte das Recycling von strategischen Metallen – z. B. Kupfer, Gold, Silber und Blei – zu verbessern.

Weitere Informationen zum Umweltschutz im Aurubis-Konzern sind in unserem Umweltreport und der Umwelterklärung für die Aurubis AG enthalten, die auf unserer Website in der Rubrik „Verantwortung“ zu finden sind.

Energieversorgung, Energieeffizienz und Themen des Klimawandels von großer Bedeutung

Die Kupfererzeugung ist ein energieintensiver Prozess. Daher sind im Geschäftsjahr 2016/17 die Einflüsse aus dem Energiesektor für uns von wesentlicher Bedeutung gewesen. Für Aurubis standen dabei insbesondere drei Entwicklungen im Zentrum der Aufmerksamkeit: die deutsche Energiewende, die Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie und die 3. Handelsperiode des europäischen Emissionshandels.

Alle Unternehmen, die Kohlendioxid ausstoßen, müssen über entsprechende Berechtigungen hierfür verfügen. Diese lokalen CO₂-Zusatzkosten mindern die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie im internationalen Vergleich. Um diese Effekte auszugleichen, wurden sogenannte Carbon-Leakage-Sektoren festgelegt, wozu auch die Kupferindustrie zählt. Dieser Status mildert die pauschale Kürzung der CO₂-Zertifikate-Zuteilung derzeit weitestgehend ab.

Um die Kupferindustrie im internationalen Wettbewerb vor Nachteilen zu schützen, hat die Europäische Union (EU) bereits eine limitierte Kompensation von CO₂-Emissionshandelsbedingten Strompreiserhöhungen gestattet. Einige europäische Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, haben dies in einer entsprechenden Förderrichtlinie verabschiedet. Aufgrund der EU-Regelungen für die Kupferindustrie wird diese Kompensation in Deutschland allerdings nur zu gut 50 % wirksam. Dies führt zu einer erheblichen Restbelastung durch CO₂-Kosten, trotz unseres bestehenden Carbon-Leakage-Schutzes.

Wir haben an allen maßgeblichen deutschen Standorten des Aurubis-Konzerns ein Energiemanagementsystem aufgebaut, führen Energie-Audits durch und sind nach DIN EN ISO 50001 zertifiziert. Damit erfüllen wir die Grundvoraussetzungen, um auch weiterhin eine reduzierte Belastung aus der EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) und der Energie-/Stromsteuer zu erhalten. Zudem fördern wir den Erfahrungsaustausch über die Werksgrenzen hinaus, unter anderem durch regelmäßige Energiemanagement- und Energieeffizienz-Workshops sowie durch unser Engagement im Energieeffizienznetzwerk der WirtschaftsVereinigung Metalle, im Industrieverband Hamburg und innerhalb der lokalen Netzwerke an wesentlichen Aurubis-Standorten.

Die Freie und Hansestadt Hamburg ist bestrebt, ihren CO₂-Ausstoß zu senken und zwar um 40 % bis 2020 und um 80 % bis 2050 im Vergleich zum Basisjahr 1990. Zusätzlich möchte sie mittelfristig die Fernwärmeversorgung klimaverträglicher gestalten. Dazu plant die Stadt auch, industrielle Abwärme zu nutzen. Am Aurubis-Standort Hamburg identifizierten wir ein CO₂-freies Abwärmepotenzial zur Fernwärmelieferung von rund 60 MW und ca. 500 GWh pro Jahr an der Schwefelsäureanlage. In unmittelbarer Nähe unseres Hamburger Werkes befindet sich das Neubaugebiet östliche HafenCity, das sich zur Versorgung mit einem Drittel unserer Abwärme besonders gut eignet. Am 17.02.2017 wurde ein Abnahmevertrag unterzeichnet. Aurubis koppelt hierzu Wärme aus, die während der Umwandlung von Schwefeldioxid zu Schwefelsäure entsteht. Diese industrielle Abwärme ist nahezu frei von CO₂, sodass durch ihre Nutzung ein jährlicher Ausstoß von mehr als 20.000 t CO2 am Standort Hamburg vermieden wird. Eine weitere Wärmeauskopplung, mit einem CO₂-Einsparpotenzial von dann rund 140.000 t CO₂ pro Jahr, wäre möglich.

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2016/17 hat sich das Stromangebot deutlich verknappt, insbesondere durch den Ausfall konventioneller Anlagen in Europa. Dieser Umstand führte wiederum kurzfristig zu stark steigenden Preisen an den Strombörsen. Auf Aurubis hatte diese Entwicklung aber kaum Einfluss. Strompreisrisiken sind wir an den deutschen Standorten durch den Abschluss eines langfristigen Liefervertrags begegnet.

Aktuell besteht in Deutschland ein deutliches Ost-West- bzw. Nord-Süd-Gefälle bei den deutschen Übertragungsnetzentgelten. Mit dem Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG) wurde der Grundstein für eine schrittweise (ab 2019 bis 2023) bundesweite Vereinheitlichung der Übertragungsnetzentgelte gelegt. Dabei werden Aufwendungen für die Offshore-Anbindung aus den Netzentgelten herausgelöst und über eine Umlage finanziert. Hierdurch ist zunächst mit einem generellen Absinken des Netzentgeltniveaus zu rechnen, wenngleich aus der Vereinheitlichung eine Verschiebung der Kosten von Norden bzw. Osten nach Westen resultiert. Da Aurubis an den Standorten Hamburg und Lünen aufgrund seines gleichmäßigen Stromabnahmeprofils bereits ein deutlich reduziertes Netzentgelt bezahlt, wirken sich diese Effekte nur unwesentlich aus. Ein Kostenanstieg über die Offshore-Umlage ist nicht zu erwarten, da diese für energieintensive Unternehmen begrenzt wird.

In Bulgarien haben sich im Berichtsjahr die Stromnebenkosten signifikant reduziert. Dies resultierte insbesondere aus der Einführung einer Entlastungsregelung für energieintensive Unternehmen von den Kosten zur Förderung der erneuerbaren Energien nach Maßgabe der EU-Beihilfeleitlinien.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr stabilisierten sich die Großhandelspreise für Erdgas auf im Vorjahresvergleich niedrigen Niveaus. Ursächlich hierfür waren die gute Versorgungslage in Europa sowie die Auswirkungen der weiterhin niedrigen Ölpreise. Trotz sinkender Eigenerzeugung erwarten wir auch in Zukunft eine gute Versorgung Europas mit Erdgas, speziell aufgrund der Zunahme von LNG-Importen (Liquefied Natural Gas) aus den USA nach Europa im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Wir haben im Geschäftsjahr 2016/17 erhebliche Einsparpotenziale bei der Wasserversorgung und -aufbereitung ermittelt und erschlossen. Basis hierfür waren Kennzahlen- und Methodenvergleiche zwischen verschiedenen Standorten. Neben den technischen Optimierungen führte auch verbessertes Wassernutzungsverhalten zu reduzierten Wasser- und Aufbereitungskosten.

Gesundheitsschutz im Konzern

Die Aufgabe des Gesundheitsschutzes im Konzern ist es, die technischen, organisatorischen und menschlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, um jegliche arbeitsbedingten Unfälle und Erkrankungen zu vermeiden.

Nach sechs Jahren, in denen wir die Unfallhäufigkeit kontinuierlich gesenkt haben, stagnierte die Entwicklung im vergangenen Geschäftsjahr. Die Unfallhäufigkeit wird mit dem Akronym LTIFR (1-n) ausgedrückt. Es steht für Lost Time Injury Frequency Rate = Anzahl der Arbeitsunfälle mit mindestens einer ausgefallenen Schicht, pro 1 Million gearbeitete Stunden. Bezogen auf die Aurubis-Mitarbeiter, lag die LTIFR (1-n) im Geschäftsjahr 2016/17 bei 4,8 nach 4,6 im Vorjahr. Die absolute Anzahl der Unfälle betrug 47, nach 45 im Vorjahr.

Seit 2010 setzen wir uns kurz- und mittelfristige Ziele im Bereich der Arbeitssicherheit und arbeiten an der Verwirklichung unserer Vision Zero, sprich: einer vollständig unfallfreien Arbeitsumgebung. Das ursprünglich gesetzte mittelfristige Ziel, die LTIFR (1-n) bis spätestens 2022 auf ≤ 3,0 zu begrenzen, haben wir unter diesen Rahmenbedingungen überprüft. Wir haben uns das Ziel gesetzt, eine LTIFR von 1,0 zu unterschreiten.

Unfallhäufigkeit

Grafik: Unfallhäufigkeit