Geschäfts- und Ergebnisentwicklung Aurubis-Konzern

Wie die Ausführungen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und zur Entwicklung auf unseren geschäftsrelevanten Märkten zeigen, wird das Geschäftsjahr 2017/18 des Aurubis-Konzerns aus heutiger Sicht erneut von einem guten Marktumfeld beeinflusst.

Für das Geschäftsjahr 2017/18 sind keine größeren Wartungsstillstände vorgesehen. Auf unseren Rohstoffmärkten erwarten wir eine gute Materialverfügbarkeit.

Auf den Konzentratmärkten werden 2018 zwar keine größeren Neuprojekte erwartet, die Wahrscheinlichkeit von Störungen durch Streiks schätzen Marktforschungsunternehmen jedoch geringer ein als im Vorjahr. Außerdem könnte ein hoher Kupferpreis sich günstig auf die Fördermengen in den Minen auswirken. Aufgrund unserer Positionierung am Markt und unserer Lieferantendiversifizierung erwarten wir eine gute Versorgung mit zufriedenstellenden Schmelz- und Raffinierlöhnen.

Bei Altkupfer und Blisterkupfer ist die Angebotsentwicklung nicht abzuschätzen. Das Geschäft ist insbesondere bei Altkupfer kurzfristiger Natur und damit von Einflüssen abhängig, die nur schwer prognostizierbar sind. Höhere Metall- und Kupferpreise, wie sie von Analysten zum Teil erwartet werden, könnten jedoch helfen, das Angebot auf hohem Niveau zu halten. Auch hier federt unsere breite Marktaufstellung Versorgungsrisiken ab. Im ersten Quartal 2017/18 sind wir mit guten Raffinierlöhnen versorgt. Den Closing the Loop-Ansatz, werden wir im Geschäftsjahr 2017/18 weiterverfolgen. Er beinhaltet, dass wir zum Beispiel an Kunden Kupferprodukte verkaufen und gleichzeitig den bei ihnen anfallenden Produktionsschrott wieder für unser Recycling zurücknehmen. Der Werkstoffkreislauf wird damit geschlossen.

Auch der Absatz von Schwefelsäure hängt von kurzfristigen Entwicklungen ab. Die Laufzeit der Verträge ist deshalb ebenfalls kurz. Außerdem sind die Absatzmöglichkeiten regional sehr unterschiedlich mit entsprechend variierenden Konditionen. Aurubis beliefert den globalen Schwefelsäuremarkt mit den Schwerpunkten Europa und Südamerika. Das Verhältnis unseres lokalen Absatzes und der Exporte schwankt entsprechend den Marktgegebenheiten. Die bisher für das erste Quartal 2017/18 vorliegenden Erkenntnisse signalisieren eine stabile Situation mit etwas höheren Preisen.

Der Absatz von freien Kathodenmengen am Markt orientiert sich an der geplanten Weiterverarbeitung unserer Kathodenproduktion im Konzern.

Qualifizierte Aussagen über die Entwicklung des Kupferproduktgeschäfts im neuen Geschäftsjahr sind nur begrenzt möglich, da die Verhandlungssaison über Jahresverkaufsverträge 2018 noch nicht beendet ist. Ein bereits bekannter Faktor ist die von Aurubis für das kommende Kalenderjahr festgesetzte Kupferprämie für europäische Gießwalzdraht- und Stranggussformatkunden. Diese wurde mit 86 US$/t auf dem Vorjahresniveau gehalten. Damit tragen wir im europäischen Geschäft der erwarteten Kundennachfrage für Jahresverträge Rechnung.

Angesichts der gut laufenden Branchenkonjunkturen rechnen wir damit, die Verhandlungssaison für Kupferprodukte mit entsprechenden Abschlüssen beenden zu können. Die gute Kundenbindung in unseren Kernmärkten unterstützt dies. Außerdem werden wir den Ausbau unseres Neukundengeschäfts fortsetzen.

Insgesamt können sich wie in den Vorjahren quartalsweise Unterschiede ergeben. Dies hat saisonale Gründe, kann aber auch durch Störungen bei Aggregaten oder in den Betriebsabläufen verursacht sein. Gerade das erste Quartal eines Geschäftsjahres zeichnet sich im Geschäftsverlauf durch periodenbedingte Besonderheiten aus, zu denen beispielsweise eine zurückhaltende Ordertätigkeit bei Kunden oder Veränderungen in den Rohstofflieferungen zählen.

Im Geschäftsjahr 2016/17 haben wir im Konzern verschiedene Initiativen und Einzelmaßnahmen angestoßen, um Aurubis weiter zu stärken. Sie sind im Transformationsprogramm ONE Aurubis enthalten, mit dem wir die Vision 2025 erreichen wollen. Aktuell ist Aurubis in vielen Bereichen Marktführer – diese Positionen sollen langfristig weiter ausgebaut werden. So wurde entschieden, das Projekt FCM fortzuführen. Es ist ein wesentlicher Bestandteil des neuen Multi-Metall-Ansatzes und mit größeren Investitionen verbunden. Wir beabsichtigen, die FCM-Anlagen an den Standorten Olen (Belgien) und Hamburg zu realisieren. Aurubis wird sich im nächsten Jahr von einem Kupferkonzern zu einem Multi-Metall-Konzern entwickeln.

Die künftige Entwicklung und Prognose der Aurubis AG deckt sich mit der für den Aurubis-Konzern getroffenen Gesamtaussage.