Geschäftsentwicklung in den Business Units

Business Unit Primärkupfererzeugung

Kennzahlen

T 020
 
in Mio. € 2016/17
operativ
2015/16
operativ
     
Gesamtumsätze 6.320 5.325
EBIT 241 154
EBT 236 143
Investitionen 124 104
Abschreibungen –86 –83
Operativer ROCE 26,6 % 16,4 %
Capital Employed 905 939
Mitarbeiterzahl (Durchschnitt) 2.780 2.750

Geschäftsverlauf und Ergebnisentwicklung

Wesentliche Ergebnistreiber der BU Primärkupfererzeugung sind Schmelz- und Raffinierlöhne (TC/RCs), die als Abschläge vom Metalleinkaufspreis für die Umwandlung von Rohstoffen in das Börsenprodukt Kupferkathode und andere Metalle verhandelt werden. Weitere Ergebnisbestandteile sind die Erlöse des Edelmetall- und Schwefelsäureverkaufs, die Kupferprämie sowie das Metallmehrausbringen.

Die BU Primärkupfererzeugung erzielte im Geschäftsjahr 2016/17 ein operatives Ergebnis, das deutlich über dem Vorjahresergebnis liegt. Das Vorjahr war beeinflusst durch den Großstillstand und die damit einhergehende Kapazitätsoptimierung am Standort Pirdop, die sich im laufenden Geschäftsjahr positiv auswirkte.

Ein vorteilhafter Einsatzmix, eine gute Verfügbarkeit von Kupferkonzentraten sowie höhere Raffinierlöhne für Altkupfer trugen positiv zu der Ergebnisverbesserung der Business Unit bei. Auch wirkten sich ein höheres Metallmehrausbringen bei gestiegenen Metallpreisen sowie ein starker US-Dollar positiv aus.

Insgesamt erzielte die BU Primärkupfererzeugung im Geschäftsjahr ein operatives Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) in Höhe von 236 Mio. €. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach dies einer deutlichen Ergebnisverbesserung von 93 Mio. € und lag damit im Rahmen der im Geschäftsbericht 2015/16 getroffenen Prognose.

Auch der ROCE verbesserte sich mit 26,6 % (Vj. 16,4 %) deutlich und lag damit ebenfalls im Rahmen der Prognose.

Die Umsatzerlöse der Business Unit lagen mit 6.320 Mio. € um 995 Mio. € über Vorjahresniveau. Dies war im Wesentlichen auf gestiegene Metallpreise zurückzuführen.

Rohstoffmärkte

Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate auf zufriedenstellendem Niveau

Der internationale Markt für Kupferkonzentrate war im abgelaufenen Geschäftsjahr von einem insgesamt zufriedenstellenden Mengenangebot geprägt. Zum Geschäftsjahresanfang war die Verfügbarkeit von Kupferkonzentraten am Spotmarkt insbesondere durch den Bestandsaufbau chinesischer Hütten rückläufig. Erst im Laufe des Geschäftsjahres setzte eine Erholung des Marktes durch Beendigung von Streiks und Exportrestriktionen ein. Die Schmelz- und Raffinierlöhne im Spot-Geschäft verblieben unter dem Niveau der Langfristbedingungen und lagen im Vergleich zum Vorjahr auf einem etwas niedrigeren Niveau.

Wir konnten eine gute Konzentratversorgung unserer Schmelzbetriebe in Hamburg und Pirdop sicherstellen und waren weiterhin in der Lage, zusätzliche langfristige Lieferverträge abzuschließen.

Gute Verfügbarkeit von Altkupfer führt zu höheren Raffinierlöhnen

Die seit Beginn des Geschäftsjahres gestiegenen Metallpreise, insbesondere der Kupferpreis, wirkten sich positiv auf die Verfügbarkeit von Altkupfer aus und führten zu höheren Raffinierlöhnen. Durch das vermehrte Angebot an Altkupfer konnten unsere Anlagen zu guten Konditionen voll versorgt werden.

Leichte Erholung auf den Schwefelsäuremärkten

Zu Beginn des Geschäftsjahres war der Markt für Schwefelsäure zunächst durch ein anhaltendes Überangebot, angesichts einer schwachen globalen Nachfrage, geprägt. Bedingt durch Stillstände von Hütten und Schwefelbrennern verringerte sich jedoch das Angebot zum Ende des 1. Halbjahres, was zu einem Preisanstieg führte. Bis zum Geschäftsjahresende setzte sich der positive Preistrend im Spotmarkt auf niedrigem Niveau weiter fort.

Produktion

Durchsatz- und Produktionsmengen insbesondere durch sehr gute Performance in Pirdop über Vorjahr

Eine gute Versorgung mit Kupferkonzentraten und Recyclingmaterialien sicherte während des gesamten Geschäftsjahres die Auslastung unserer Produktionsanlagen. Insgesamt wurden in der BU Primärkupfererzeugung rund 2,4 Mio. t Kupferkonzentrat (Vj. 2,2 Mio. t) und damit mehr als in allen vorangegangenen Geschäftsjahren verarbeitet. Der Altkupfereinsatz in der BU betrug 96.000 t (Vj. 91.000 t).

Konzentratdurchsatz

Grafik: Konzentratdurchsatz

Am Standort Hamburg wurden rund 1,1 Mio. t Kupferkonzentrat verarbeitet und damit trotz eines geplanten Stillstands das Vorjahresniveau erreicht. Am Standort Pirdop lag die Durchsatzmenge mit 1,3 Mio. t deutlich über dem Wert des Vorjahres (Vj. 1,0 Mio. t). Dies lag einerseits an einem negativen Einfluss des Großstillstands im Vorjahr, andererseits wirkten sich die in diesem Rahmen umgesetzten Optimierungsmaßnahmen positiv auf die Produktion aus.

Die Schwefelsäureproduktion lag analog zum Konzentratdurchsatz mit 2,4 Mio. t über dem Vorjahresniveau (Vj. 2,1 Mio. t).

Die Kathodenproduktion in der BU Primärkupfererzeugung erreichte mit 624.000 t einen über dem Vorjahr (Vj. 584.000 t) liegenden Wert.

Die Elektrolyse in Hamburg produzierte im Geschäftsjahr 394.000 t (Vj. 370.000 t) Kathoden. Die Elektrolyse in Pirdop erreichte eine Produktionsmenge von 230.000 t (Vj. 214.000 t).

Der Einsatz von edelmetallhaltigen Materialien ermöglichte eine mit 1.071 t sehr gute, deutlich über dem Vorjahr von 961 t liegende Silberproduktion. Die Goldproduktion erreichte das Vorjahresniveau von 42 t.

Silberproduktion

Grafik: Silberproduktion

Goldproduktion

Grafik: Goldproduktion

Investitionen

Die BU Primärkupfererzeugung investierte im vergangenen Geschäftsjahr 124 Mio. € (Vj. 104 Mio. €).

Der Schwerpunkt der Investitionen stand im Zusammenhang mit dem langfristigen Bezug von Strom. Darüber hinaus wurden Investitionen für Maßnahmen im Rahmen des geplanten Wartungsstillstands in Hamburg, für ein Projekt zur Lieferung von Fernwärme sowie für die fortgeführte Optimierung unseres Standortes in Bulgarien getätigt. Darüber hinaus wurde in die Verbesserung des Umweltschutzes sowie der Infrastruktur der Standorte investiert.

Investitionen BU Primärkupfererzeugung

Grafik: Investitionen BU Primärkupfererzeugung

Business Unit Kupferprodukte

Kennzahlen

T 021
 
in Mio. € 2016/17
operativ
2015/16
operativ
     
Gesamtumsätze 9.149 7.531
EBIT 105 106
EBT 100 101
Investitionen 50 40
Abschreibungen –44 –44
Operativer ROCE 9,6 % 9,4 %
Capital Employed 1.101 1.130
Mitarbeiterzahl (Durchschnitt) 3.397 3.335
     
Vorjahreswerte teilweise angepasst.

Geschäftsverlauf und Ergebnisentwicklung

Wesentliche Ertragskomponenten innerhalb der BU Kupferprodukte sind neben der Kupferprämie vor allem die sogenannten Formataufpreise, die für die Veredelung von Kupferkathoden zu Kupferprodukten erhoben werden.

Im Recyclinggeschäft sind es insbesondere die Raffinierlöhne (Abschlag vom Metalleinkaufspreis) und ein Metallmehrausbringen, über die Erträge generiert werden.

Insgesamt erreichte die BU Kupferprodukte im Geschäftsjahr 2016/17 ein operatives Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 100 Mio. € (Vj. 101 Mio. €). Damit lag das operative EBT auf Vorjahresniveau und nicht wie prognostiziert leicht über dem operativen EBT von 2015/16.

Der ROCE erreichte mit 9,6 % das Vorjahresniveau (Vj. 9,4 %) und blieb damit im Rahmen der Prognose.

Zum Ergebnis der BU Kupferprodukte haben folgende Entwicklungen beigetragen:

Die Kupferprämie für 2017 lag mit 86 US$/t niedriger als im Vorjahr (92 US$/t).

Nach einem verhaltenen Start im ersten Quartal des Geschäftsjahres entwickelte sich der Absatz von Gießwalzdraht im Jahresverlauf wieder positiver. Im Bereich Stranggussformate konnte er das Vorjahresniveau deutlich übertreffen. Die Formataufpreise lagen in beiden Bereichen auf dem Niveau des Vorjahres. In der Business Line Flat Rolled Products stieg das Absatzvolumen gegenüber dem Vorjahr spürbar an.

Das Recyclinggeschäft in Lünen und Olen profitierte im Berichtsjahr von einem guten Angebot an Altkupfer und anderen Recyclingrohstoffen mit entsprechend hohen Raffinierlöhnen.

Produktmärkte

Das Geschäftsjahr war geprägt von einem sehr zufriedenstellenden Marktumfeld bei Stranggussformaten und einem verhaltenen Absatz bei Kupfergießwalzdraht. Letzterer war beeinflusst durch Bestandskorrekturen im Kabelbereich, durch die die Nachfrage hinter unseren Erwartungen zurückblieb. Hauptgrund dafür war eine Normänderung für Kabel innerhalb der Europäischen Union im Hinblick auf ihre Feuerbeständigkeit, die zu Unsicherheiten bei Abnehmern führte. Dieser Effekt ist jedoch temporär und wir rechnen mit einem stabilen Markt im Folgejahr. Zudem sorgten geopolitische Einflüsse im Mittleren Osten für einen niedrigen Auftragseingang als erwartet. Im Gegensatz dazu konnten wir bei Stranggussformaten einen äußerst positiven Absatzverlauf verzeichnen.

Die Nachfrage nach Flachwalzprodukten entwickelte sich in den für uns wesentlichen Märkten positiv: Starke Wachstumsimpulse lieferten besonders die Automobil- und Elektroindustrie. Lediglich im Kühlerbausegment fand die Markterholung nicht wie erhofft statt.

Recyclingmärkte

Die steigenden Metallpreise wirkten sich positiv auf die Verfügbarkeit von Altkupfer aus und führten zu höheren Raffinierlöhnen. Durch das vermehrte Angebot an Altkupfer konnten wir unsere Anlagen zu attraktiven Konditionen voll versorgen.

Bei komplexen Recyclingmaterialien hat die Wettbewerbsintensität – insbesondere aus Asien – zugenommen. In diese Kategorie von Rohstoffen fallen z. B. industrielle Reststoffe sowie Elektro- und Elektronikschrotte. Diese Materialien weisen geringere Kupferinhalte auf und enthalten weitere Nichteisenmetalle sowie Edelmetalle.

Durchsatz und Produktion

Altkupfereinsatz steigt deutlich

Der Einsatz von Altkupfer in der BU Kupferprodukte erfolgte vor allem in unserem Recyclingwerk Lünen und trug der guten Verfügbarkeit am Markt Rechnung. Er lag im Geschäftsjahr bei rund 176.000 t und übertraf damit die Vergleichsmenge des Vorjahres (162.000 t) deutlich.

Der Einsatz von komplexen Recyclingmaterialien im Kayser Recycling System (KRS) am Standort Lünen erhöhte sich auf 270.000 t (Vj. 254.000 t).

Altkupfereinsatz im Konzern

Grafik: Altkupfereinsatz im Konzern

AURUBIS ROD mit Produktion unter Vorjahr

Auf den vier Anlagen des Konzerns wurden nachfragebedingt 719.000 t AURUBIS ROD im Geschäftsjahr 2016/17 hergestellt. Dies entspricht einem Rückgang von 5 % im Vergleich zum Vorjahr (Vj. 758.000 t).

Gießwalzdrahtproduktion

Grafik: Gießwalzdrahtproduktion

AURUBIS SHAPES mit deutlich höherer Produktion

Insgesamt erreichte AURUBIS SHAPES im Geschäftsjahr eine Produktion von 190.000 t. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr (172.000 t) einen deutlichen Zuwachs von 11 %.

Stranggussproduktion

Grafik: Stranggussproduktion

Flachwalzproduktion gesteigert

Im Geschäftsjahr 2016/17 lag die Produktion von Flachwalzprodukten mit 220.000 t rund 6 % über dem Vorjahresniveau (Vj. 208.000 t). An allen Standorten wurde weiter an der Umsetzung der Programme zur Effizienzverbesserung und zur Produktivitäts- und Qualitätserhöhung gearbeitet.

Produktion von Stangen und Profilen stabil

Die Produktion von Stangen und Profilen lag im Berichtsjahr mit 12.500 t auf Vorjahresniveau (Vj. 12.400 t).

Kathodenproduktion übertrifft Vorjahreswert

Die Kathodenproduktion der BU Kupferprodukte lag im Geschäftsjahr 2016/17 bei 532.000 t und damit um 6 % über dem Vorjahr (Vj. 499.000 t).

Kathodenproduktion im Konzern

Grafik: Kathodenproduktion im Konzern

Kathodenproduktion im Konzern nach Standorten

Investitionen

Der Investitionsaufwand in der BU Kupferprodukte lag im Geschäftsjahr 2016/17 bei 50 Mio. € (Vj. 40 Mio. €). Die größte Einzelinvestition stand im Zusammenhang mit dem langfristigen Bezug von Strom. Darüber hinaus wurde in die Verbesserung der Bereiche Effizienz, Energie, Umweltschutz und Infrastruktur investiert.

Investitionen BU Kupferprodukte

Grafik: Investitionen BU Kupferprodukte