Wirtschaftliche Entwicklung des Aurubis-Konzerns

Ertragslage des Aurubis-Konzerns

Ertragslage (operativ)

Um den operativen Erfolg des Aurubis-Konzerns unabhängig von Bewertungseinflüssen zur internen Steuerung abbilden zu können, erfolgt über die Darstellung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage nach IFRS hinaus die Erläuterung der Ertrags- und Vermögenslage auch auf Basis operativer Werte.

Bewertungseinflüsse umfassen dabei Effekte im Vorrats- und Anlagevermögen. Zur Bereinigung der Bewertungseinflüsse aus der Anwendung des IAS 2 werden die aus der Anwendung der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen ebenso eliminiert wie stichtagsbezogene Abwertungen und Zuschreibungen auf Kupfervorratsbestände. Darüber hinaus erfolgt die Bereinigung um Effekte aus Kaufpreisallokationen im Wesentlichen auf Sachanlagevermögen (Purchase Price Allocation = PPA) seit dem Geschäftsjahr 2010/11.

Die nachfolgende Tabelle gibt die Ermittlung des operativen Ergebnisses des Geschäftsjahres 2016/17 und des Vorjahresvergleichszeitraums wieder.

Überleitung der Konzern-Gewinn Verlustrechnung

T 010
         
in Mio. € 2016/17
IFRS
2016/17
Bereinigung
Effekte auf
Vorräte
2016/17
Bereinigung
Effekte aus
PPA
2016/17
operativ
2015/16
IFRS
2015/16
Bereinigung
Effekte auf
Vorräte
2015/16
Bereinigung
Effekte aus
PPA
2015/16
operativ
                 
Umsatzerlöse 11.040 0 0 11.040 9.475 0 0 9.475
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 5 –70 0 –65 97 23 0 120
Andere aktivierte Eigenleistungen 9 0 0 9 9 0 0 9
Sonstige betriebliche Erträge 47 0 0 47 58 0 0 58
Materialaufwand –9.774 –88 0 –9.862 –8.635 23 0 –8.612
Rohergebnis 1.327 –158 0 1.169 1.004 46 0 1.050
                 
Personalaufwand –470 0 0 –470 –449 0 0 –449
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –135 0 3 –132 –135 0 6 –129
Sonstige betriebliche Aufwendungen –259 0 0 –259 –243 0 0 –243
Betriebsergebnis (EBIT) 463 –158 3 308 177 46 6 229
                 
Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen 11 –3 0 8 6 2 0 8
Zinserträge 3 0 0 3 3 0 0 3
Zinsaufwendungen –20 0 0 –20 –27 0 0 –27
Übrige finanzielle Aufwendungen –1 0 0 –1 0 0 0 0
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 456 –161 3 298 159 48 6 213
                 
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –104 43 –1 –62 –35 –11 –2 –48
                 
Konzernergebnis 352 –118 2 236 124 37 4 165
              
Bereinigung um Bewertungsergebnisse aus der Anwendung der Durchschnittsmethode nach IAS 2 sowie um Effekte aus Kaufpreisallokationen i. W. auf Sachanlagevermögen ab dem Geschäftsjahr 2010/11.

Der Aurubis-Konzern hat im Geschäftsjahr 2016/17 ein operatives Konzernergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 298 Mio. € (Vj. 213 Mio. €) erwirtschaftet. Der Geschäftsverlauf war geprägt von einem wesentlich über dem Vorjahr liegenden Konzentratdurchsatz, ungeachtet des gesetzlichen Wartungsstillstands im ersten Quartal 2016/17 in Hamburg. Das Vorjahr war beeinflusst durch den Großstillstand und die damit einhergehende Kapazitätsoptimierung am Standort Pirdop, die sich im laufenden Geschäftsjahr positiv auswirkte. Zudem konnten wir deutlich höhere Raffinierlöhne für Altkupfer bei gutem Angebot realisieren. Auch konnten wir von einem vorteilhaften Einsatzmix sowie von einer guten Verfügbarkeit von Kupferkonzentraten profitieren. Dagegen entwickelten sich die Schwefelsäurepreise aufgrund eines Überangebots auf den globalen Märkten insbesondere im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres schwächer. Strangguss- und Flachwalzprodukte verzeichneten ein insgesamt über Vorjahr liegendes Absatzniveau bei einer geringeren Kupferprämie. Lediglich bei Gießwalzdraht lag der Absatz unter dem Vorjahresniveau. Der Geschäftsverlauf war zudem durch das höhere Metallmehrausbringen bei gestiegenen Metallpreisen geprägt. Zudem wirkte sich unser Effizienzsteigerungsprogramm positiv auf das Ergebnis aus. Wie im Vorjahr konnte Aurubis auch in diesem Jahr vom starken US-Dollar profitieren.

Das IFRS-Ergebnis vor Steuern in Höhe von 456 Mio. € wurde um Bewertungseffekte im Vorratsvermögen in Höhe von –161 Mio. € (Vj. 48 Mio. €) (Summe folgender Positionen: Veränderungen des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen, Materialaufwand und Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen) sowie um Effekte aus einer Kaufpreisallokation in Höhe von 3 Mio. € (Vj. 6 Mio. €) bereinigt, um zum operativen Ergebnis vor Steuern von 298 Mio. € (Vj. 213 Mio. €) zu gelangen.

Die Umsatzerlöse im Konzern erhöhten sich im Berichtszeitraum um 1.565 Mio. € auf 11.040 Mio. € (Vj. 9.475 Mio. €). Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf den gegenüber dem Vorjahr höheren durchschnittlichen Kupferpreis zurückzuführen.

Aufteilung Umsatzerlöse

T 011
 
in % 2016/17 2015/16
     
Inland 35 35
Europäische Union 36 38
Übriges Europa 5 3
Sonstige 24 24
 
Gesamt 100 100

Die Bestandsveränderung betrug –65 Mio. € (Vj. 120 Mio. €) und war im Wesentlichen durch eine Verminderung der Kupferbestände bedingt.

Der Materialaufwand erhöhte sich korrespondierend zu den Umsatzerlösen um 1.250 Mio. € von 8.612 Mio. € im Vorjahr auf 9.862 Mio. €.

Nach Einbeziehung der aktivierten Eigenleistungen und der sonstigen betrieblichen Erträge verblieb ein Rohergebnis in Höhe von 1.169 Mio. € (Vj. 1.050 Mio. €).

Der Personalaufwand stieg von 449 Mio. € im Vorjahr auf 470 Mio. € in der aktuellen Berichtsperiode. Ursächlich hierfür waren insbesondere Tarifsteigerungen sowie eine gestiegene Mitarbeiterzahl.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen lagen mit 132 Mio. € leicht über dem Niveau des Vorjahres (129 Mio. €).

Umsatzentwicklung nach Produkten

Grafik: Umsatzentwicklung nach Produkten

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen bei 259 Mio. € im Vergleich zu 243 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg war insbesondere durch höhere Transportkosten bedingt.

Somit ergab sich insgesamt ein operatives Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) in Höhe von 308 Mio. € (Vj. 229 Mio. €).

Die Nettozinsaufwendungen lagen bei 17 Mio. € gegenüber 24 Mio. € im Vorjahr. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus einer niedrigeren Verzinsung bei einer reduzierten Bruttoverschuldung.

Nach Einbeziehung des Finanzergebnisses betrug das operative Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 298 Mio. € (Vj. 213 Mio. €). Ausschlaggebend für die Entwicklung im Vergleich zur Berichtsperiode des Vorjahres waren folgende wesentliche Faktoren:

  • wesentlich über dem Vorjahr liegender Konzentratdurchsatz, ungeachtet des gesetzlichen Wartungsstillstands im 1. Quartal 2016/17 in Hamburg; das Vorjahr war beeinflusst durch den Großstillstand und die damit einhergehende Kapazitätsoptimierung am Standort Pirdop, die sich im laufenden Geschäftsjahr positiv auswirkte,
  • vorteilhafter Einsatzmix und gute Verfügbarkeit an Kupferkonzentraten,
  • deutlich höhere Raffinierlöhne für Altkupfer bei gutem Angebot,
  • schwächere Verkaufspreise für Schwefelsäure aufgrund eines Überangebots auf den globalen Märkten insbesondere im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres,
  • höheres Metallmehrausbringen bei gestiegenen Metallpreisen,
  • niedrigere Kupferprämie,
  • höherer Absatz bei Strangguss- und Flachwalzprodukten,
  • schwächerer Absatz bei Gießwalzdraht,
  • positive Beiträge aus unserem Effizienzsteigerungsprogramm,
  • der starke US-Dollar.

Das operative Ergebnis vor Steuern liegt deutlich über dem Vorjahr und entspricht damit der Prognose aus dem letzten Geschäftsbericht.

Unter Berücksichtigung von Ertragsteuern verblieb ein operatives Konzernergebnis in Höhe von 236 Mio. € (Vj. 165 Mio. €). Das operative Ergebnis je Aktie lag bei 5,21 € (Vj. 3,64 €).

Ertragslage (IFRS)

Der Aurubis-Konzern hat im Geschäftsjahr 2016/17 ein Konzernergebnis in Höhe von 352 Mio. € (Vj. 124 Mio. €) erzielt.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

T 012
 
in Mio. € 2016/17
IFRS
2015/16
IFRS
     
Umsatzerlöse 11.040 9.475
 
Bestandsveränderungen/
aktivierte Eigenleistungen
14 106
Sonstige betriebliche Erträge 47 58
Materialaufwand –9.774 –8.635
Rohergebnis 1.327 1.004
 
Personalaufwand –470 –449
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –135 –135
Sonstige betriebliche Aufwendungen –259 –243
Betriebsergebnis (EBIT) 463 177
 
Finanzergebnis –7 –18
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 456 159
 
Ertragsteuern –104 –35
 
Konzernergebnis 352 124

Die Umsatzerlöse im Konzern erhöhten sich im Berichtszeitraum um 1.565 Mio. € auf 11.040 Mio. € (Vj. 9.475 Mio. €). Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf den gegenüber dem Vorjahr höheren durchschnittlichen Kupferpreis zurückzuführen.

Die Bestandsveränderungen verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 92 Mio. € auf 5 Mio. € (Vj. 97 Mio. €) und waren im Wesentlichen auf eine Verminderung der Kupferbestände zurückzuführen, die durch gestiegene Kupferpreise kompensiert wurde.

Der Materialaufwand erhöhte sich angesichts höherer Umsatzerlöse um 1.139 Mio. € von 8.635 Mio. € im Vorjahr auf 9.774 Mio. €.

Nach Einbeziehung der aktivierten Eigenleistungen und der sonstigen betrieblichen Erträge verblieb ein Rohergebnis in Höhe von 1.327 Mio. € (Vj. 1.004 Mio. €).

Der Personalaufwand stieg von 449 Mio. € im Vorjahr auf 470 Mio. € in der aktuellen Berichtsperiode. Ursächlich hierfür waren insbesondere Tarifsteigerungen sowie eine gestiegene Mitarbeiterzahl.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen betrugen wie im Vorjahr 135 Mio. €.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen bei 259 Mio. € im Vergleich zu 243 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg war insbesondere durch höhere Transportkosten bedingt.

Somit ergab sich insgesamt ein Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) in Höhe von 463 Mio. € (Vj. 177 Mio. €).

Die Veränderung des Konzernergebnisses nach IFRS war durch die bereits in der Berichterstattung zur operativen Ertragslage aufgeführten wesentlichen Effekte geprägt. Darüber hinaus ist die Veränderung des Konzernergebnisses nach IFRS durch die Metallpreisentwicklung begründet. Die Anwendung der Durchschnittsmethode führt zu Metallpreisbewertungen, die nah an den Marktpreisen liegen. Metallpreisvolatilitäten haben daher direkte Auswirkungen auf Bestandsveränderungen/Materialaufwendungen und damit auf das IFRS-Rohergebnis. Dies ist unabhängig von der operativen Performance und nicht Cashflow-relevant.

Die Nettozinsaufwendungen lagen bei 17 Mio. € gegenüber 24 Mio. € im Vorjahr. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus einer niedrigeren Verzinsung bei einer reduzierten Bruttoverschuldung.

Nach Einbeziehung des Finanzergebnisses betrug das Ergebnis vor Ertragsteuern 456 Mio. € (Vj. 159 Mio. €). Unter Berücksichtigung von Ertragsteuern verblieb ein Konzernüberschuss in Höhe von 352 Mio. € (Vj. 124 Mio. €). Das Ergebnis je Aktie lag bei 7,80 € (Vj. 2,71 €).

Vermögenslage des Aurubis-Konzerns

Vermögenslage (operativ)

Die nachfolgende Tabelle gibt die Ermittlung der operativen Bilanz zum 30.09.2017 und zum 30.09.2016 wieder.

Überleitung der Konzernbilanz

T 013
         
in Mio. € 30.09.2017
IFRS
30.09.2017 Bereinigung
Effekte auf
Vorräte
30.09.2017
Bereinigung
Effekte aus
PPA
30.09.2017
operativ
30.09.2016
IFRS
30.09.2016
Bereinigung
Effekte auf
Vorräte
 30.09.2016
Bereinigung
Effekte aus
PPA
30.09.2016
operativ
                 
AKTIVA                
Anlagevermögen 1.489 –11 –34 1.444 1.450 –8 –38 1.404
Latente Steuern 6 25 0 31 10 48 0 58
Langfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 32 0 0 32 26 0 0 26
Vorräte 1.752 –366 0 1.386 1.700 –206 0 1.494
Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 511 0 0 511 369 0 0 369
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 571 0 0 571 472 0 0 472
                 
Summe Aktiva 4.361 –352 –34 3.975 4.027 –166 –38 3.823
                 
PASSIVA                
Eigenkapital 2.366 –254 –25 2.087 1.991 –134 –28 1.829
Latente Steuern 205 –98 –9 98 151 –32 –10 109
Langfristige Rückstellungen 307 0 0 307 386 0 0 386
Langfristige Verbindlichkeiten 344 0 0 344 357 0 0 357
Kurzfristige Rückstellungen 39 0 0 39 32 0 0 32
Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.100 0 0 1.100 1.110 0 0 1.110
                 
Summe Passiva 4.361 –352 –34 3.975 4.027 –166 –38 3.823
           
Bereinigung um Bewertungsergebnisse aus der Anwendung der Durchschnittsmethode nach IAS 2 sowie um Effekte aus Kaufpreisallokationen i. W. auf Sachanlagevermögen ab dem Geschäftsjahr 2010/11.

Die Bilanzsumme erhöhte sich von 3.823 Mio. € zum 30.09.2016 auf 3.975 Mio. € zum 30.09.2017, insbesondere aufgrund gestiegener Forderungen aus Lieferungen und Leistungen am Bilanzstichtag.

Das Eigenkapital des Konzerns stieg um 258 Mio. € von 1.829 Mio. € zum Ende des letzten Geschäftsjahres auf 2.087 Mio. € zum 30.09.2017. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen das operative Konzernergebnis von 236 Mio. € sowie erfolgsneutral zu berücksichtigende Effekte aus der Neubewertung von Pensionsverpflichtungen. Gegenläufig wirkte sich die Dividendenzahlung in Höhe von 58 Mio. € aus. Insgesamt lag die operative Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) bei 52,5 % gegenüber 47,8 % zum Ende des letzten Geschäftsjahres.

Die Verminderung der langfristigen Rückstellungen resultierte aus einem Rückgang der Pensionsverbindlichkeiten aufgrund der oben genannten Effekte aus der Neubewertung.

Die Finanzverbindlichkeiten sind aufgrund der Rückführung eines Schuldscheindarlehens von 495 Mio. € zum 30.09.2016 auf 351 Mio. € zum 30.09.2017 gesunken.

Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten

T 014
 
in Mio. € 30.09.2017 30.09.2016
     
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 317 321
Langfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 23 16
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 340 337
     
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 8 156
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 3 2
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 11 158
 
Finanzverbindlichkeiten 351 495

Kapitalrendite (operativ)

Der ROCE stellt die Verzinsung des im operativen Geschäft oder für eine Investition eingesetzten Kapitals dar.

Der operative ROCE (unter Berücksichtigung des operativen EBIT der letzten 12 Monate) erhöhte sich leicht von 10,9 % im Vorjahr auf 15,1 % im aktuellen Geschäftsjahr. Dies ist insbesondere auf das deutlich gestiegene operative Ergebnis zurückzuführen. Die Kennzahl entspricht damit der Konzernprognose aus dem letzten Geschäftsbericht.

Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) operativ

T 015
 
in Mio. € 30.09.2017 30.09.2016
     
Anlagevermögen ohne Finanzanlagen und At Equity bewertete Anteile 1.375 1.343
Vorräte 1.387 1.494
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 357 242
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 216 211
– Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen –905 –798
– Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten –388 –379
Eingesetztes Kapital (Capital Employed) zum Stichtag 2.042 2.114
 
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 298 213
Finanzergebnis 10 16
Ergebnis vor Ertragsteuern und Finanzergebnis (EBIT) 308 229
 
Rendite auf das eingesetzte Kapital (operativer ROCE) 15,1 % 10,9 %

Vermögenslage (IFRS)

Die Bilanzsumme erhöhte sich von 4.027 Mio. € zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres auf 4.361 Mio. € zum 30.09.2017, insbesondere aufgrund gestiegener Forderungen aus Lieferungen und Leistungen am Bilanzstichtag.

Bilanzstruktur des Konzerns

T 016
 
in % 30.09.2017 30.09.2016
     
Anlagevermögen 34 36
Vorräte 40 42
Forderungen etc. 13 10
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 13 12
     
  100 100
 
Eigenkapital 54 49
Rückstellungen 13 14
Verbindlichkeiten 33 37
     
  100 100

Das Eigenkapital des Konzerns stieg um 375 Mio. € von 1.991 Mio. € zum Ende des letzten Geschäftsjahres auf 2.366 Mio. € zum 30.09.2017. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen das Konzernergebnis von 352 Mio. € sowie erfolgsneutral zu berücksichtigende Effekte aus der Neubewertung von Pensionsverpflichtungen. Gegenläufig wirkte sich die Dividendenzahlung in Höhe von 58 Mio. € aus. Insgesamt lag die Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) bei 54,2 % gegenüber 49,4 % zum Ende des letzten Geschäftsjahres.

Die Verminderung der langfristigen Rückstellungen resultierte aus einem Rückgang der Pensionsverbindlichkeiten aufgrund der oben genannten Effekte aus der Neubewertung.

Die Finanzverbindlichkeiten sind aufgrund der Rückführung eines Schuldscheindarlehens von 495 Mio. € zum 30.09.2016 auf 351 Mio. € zum 30.09.2017 gesunken.

Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten

T 017
 
in Mio. € 30.09.2017 30.09.2016
     
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 317 321
Langfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 23 16
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 340 337
     
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 8 156
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 3 2
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 11 158
     
Finanzverbindlichkeiten 351 495

Kapitalrendite (IFRS)

Die Steuerung des Konzerns basiert auf dem operativen Ergebnis. Der operative ROCE wird im Abschnitt „Kapitalrendite (operativ)“ erläutert.

Finanzlage des Aurubis-Konzerns

Die Versorgung des Konzerns mit liquiden Mitteln ist durch das Zusammenspiel des Konzern-Cashflows mit den kurz- und langfristigen Fremdfinanzierungen und den verfügbaren Kreditlinien unserer Banken gewährleistet. Durch vorhandene Kreditmittel und Kreditlinien können Schwankungen in der Cashflow-Entwicklung jederzeit überbrückt werden.

Die Entwicklung der Liquiditätsposition des Aurubis-Konzerns wird zeitnah und regelmäßig verfolgt. Die Steuerung und Kontrolle erfolgt anhand definierter Kennzahlen.

Die wesentliche Kennzahl für die Steuerung der Verschuldung bildet die Schuldendeckung, die die Netto-Finanzverbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten, vermindert um Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) ins Verhältnis zum Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen (EBITDA) setzt und darstellt, wie viele Perioden für eine Tilgung der bestehenden Finanzverbindlichkeiten aus den Erträgen des Unternehmens bei unveränderter Ertragslage benötigt würden.

Die Kennzahl Zinsdeckung gibt Auskunft über die Abdeckung des Zinsergebnisses durch das Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen (EBITDA).

Langfristig soll eine ausgewogene Verschuldungsstruktur erreicht werden. Hierbei erachten wir eine Schuldendeckung von < 3 und eine Zinsdeckung von > 5 als ausgewogen.

Für die Steuerung des Konzerns verwenden wir das operative Ergebnis. Dementsprechend stellen sich die operativen Finanzkennzahlen des Konzerns wie folgt dar:

Finanzkennzahlen des Konzerns operativ

T 018
 
  30.09.2017 30.09.2016
     
Schuldendeckung =
Netto-Finanzverbindlichkeiten/EBITDA
–0,5 0,1
Zinsdeckung =
EBITDA/Zinsergebnis
26,1 14,6
  

Weitere Steuerungsmaßnahmen im Rahmen der Liquiditätsrisiken werden im Risiko- und Chancenbericht des zusammengefassten Lageberichts dargestellt.

Liquiditäts- und Finanzierungsanalyse

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Zahlungsströme im Konzern. Sie macht deutlich, wodurch Zahlungsmittel generiert wurden und wofür sie verwendet worden sind.

Der Netto-Cashflow zum 30.09.2017 lag bei 480 Mio. € gegenüber 239 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg des Netto-Cashflows resultierte im Wesentlichen aus dem deutlich höheren Ergebnis.

Die Investitionen in das Anlagevermögen (inkl. Finanzanlagen) betrugen im Berichtszeitraum 165 Mio. € (Vj. 143 Mio. €). Die größte Einzelinvestition stand im Zusammenhang mit unserer Vereinbarung zum langfristigen Bezug von Strom. Durch diese Einzelinvestition haben wir die laufenden Kosten für den langfristigen Stromverbrauch gesenkt. Die Planungssicherheit unserer deutschen Produktionsstandorte für den Strombezug bleibt erhalten.

Nach Abzug der Investitionen in das Anlagevermögen vom Netto-Cashflow ergab sich ein Free Cashflow von 315 Mio. € (Vj. 96 Mio. €). Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich auf 155 Mio. € (Vj. 128 Mio. €).

Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit lag bei 225 Mio. € (Vj. 92 Mio. €) und beinhaltet die fälligkeitsbedingte Rückführung eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 136 Mio. €.

Zum 30.09.2017 standen dem Konzern Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 571 Mio. € (Vj. 472 Mio. €) zur Verfügung. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente dienen der operativen Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit wie auch der Tilgung von Finanzverbindlichkeiten.

Mittelherkunft und -verwendung

Grafik: Mittelherkunft- und verwendung

Die Netto-Finanzverbindlichkeiten zum 30.09.2017 betrugen –220 Mio. € (Vj. 23 Mio. €).

Netto-Finanzverbindlichkeiten im Konzern

T 019
 
in Mio. € 30.09.2017 30.09.2016
     
Finanzverbindlichkeiten 351 495
– Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 571 472
 
Netto-Finanzverbindlichkeiten –220 23

Neben den liquiden Mitteln verfügt der Aurubis-Konzern über ungenutzte Kreditlinien und besitzt damit ausreichende Liquiditätsreserven. Parallel dazu setzt der Konzern auch den regresslosen Verkauf von Forderungen im Rahmen von Factoringvereinbarungen als außerbilanzielles Finanzierungsinstrument ein.